MAD MAX im Weinviertel

Die 24 Stunden von Fuglau

 

Der Nordring. Umgeben von sanften Hügeln, Ackerflächen und saftig gelben Rapsfeldern liegt die knapp 1,1 km lange Rennstrecke eingebettet in ihre idyllische Umgebung. Wogende Felder und sanftes Vogelgezwitscher ist das was auffällt wenn man sich dem zwischen Asphalt, Schotter und Sand wechselndem Kurs nähert. Im Fahrerlager herrscht reges aber entspanntes Treiben. Man kennt sich. Man hilft sich. Und man freut sich vor allem darauf, dass es endlich losgeht. Kurz vor dem Start erklärt der Veranstalter Roland David nochmal kurz die absoluten noGoes und exakt um 16 Uhr erfolgt das weithin hörbare Signal in Form eines Kanonenschusses, welches dafür sorgt, dass die knapp 60 Erst- Starter in LeMans Manier zu ihren Boliden rennen.

Wer sich die Stimmung am Ring mit lautem Motorengedröhn und rivalisierenden Teams vorstellt ist hier absolut fehl am Platz. Startkriterium erfüllt jeder, der ein funktionierendes Gefährt (das Wichtigste sind Bremsen, Auspuff, Licht), gerne auch ohne Pickerl, mitbringt und genug Enthusiasmus und Freunde dabei hat um 24 Stunden auf diesem fordernden Kurs durchzuhalten. Für Mensch und Maschine eine Grenzerfahrung. Viele halten durch, viele reparieren sich die Nacht um die Ohren und manch Vehikel darf hier einfach nur würdig sterben. Und wer das Wrack dann nicht mehr mit nach Hause nehmen möchte – kein Problem – der Ortsansässige Schrotthändler sammelt gegen ein Entgelt von 50 Euro am nächsten Tag gerne die Überreste ein. Wer am meisten km schafft gewinnt. Doch der Sieg ist reine Nebensache. Leistbarer Motorsport für jeden und jede und vor allem Spass & Gemeinschaft sind die Triebfedern für dieses Einzigartige Event.

Von Gezwitscher und Idylle ist während dem Race nichts mehr übrig. Quietschende Reifen, Staub und Autolärm halten für die nächsten 24 h Einzug in der für ihre Wetterkapriolen bekannten Region. Hell, dunkel, staubig, nass, matschig – alles dabei. Auf der technischen Seite gibt’s von A wie Achsbruch bis Z wie Zündprobleme alles was das Schrauberherz begehrt und der Kreativität bei Reparaturen sind keine Grenzen gesetzt. Schnell mal was versteifen, schweißen, flicken mit Draht oder Gaffa Tape. Benzinwanne kaputt? Egal. Einfach den Kanister oder ein moduliertes Bierfass stattdessen verwenden und weiter geht’s. Vom etwas professioneller ausgestattetem Team mit der halben mitgebrachten Werkstatt und viel Know How über den als Wagenheber zweckentfremdeten Gabelstapler oder schlicht einem Besenstiel zum aufkippen des Chassis bis zum Führerscheinneuling mit dem Auto von der Urli ist alles dabei. Und während der eine fährt, helfen die anderen im aus bunten Zelten und Bussen bestehenden Fahrerlager sich gegenseitig, um schon todgesagte Autos wieder flott zu kriegen.

Dazwischen gibt’s alles vom Grill, Bier mit Maß und Ziel und viel gute Laune. Fazit: Ich such mir ein Team und fahr nächstes Jahr auch mit!!!

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24 STD Nordring , hier klicken für mehr Infos.

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